14 Tage noch…

14 Tage sind es noch, ehe nach aktuellem Stand die beispiellosen Verbote bei uns außer Kraft treten. Wenn wir uns weiter so besonnen an die Regelungen halten, wozu ich eindringlich rate, haben viele in den 14 Tagen hoffentlich etwas Zeit, die täglichen Lageberichte des Robert-Koch-Institutes zu lesen. Die Berichte sind wirklich einen Blick wert. Achten Sie besonders auf den Teil “Klinische Aspekte”, meist auf Seite 5/6 zu finden.

Mit Stand vom 02.04.2020 traf das Coronavirus zu 86% Personen ab 70 Jahren. 751 von 872 Personen verstarben.

Heute, am 05.04.2020, sind 1.342 Personen in Deutschland “im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung verstorben”. Davon waren 1.156 Personen (86%) 70 Jahre und älter.

Die essentiell wichtigste Frage lautet beim Blick auf die Todeszahlen: Starben unsere älteren Mitmenschen “an” oder “mit” dem Coronavirus. Ich vermisse hierzu sowohl nähere Angaben als auch eine Debatte in den Medien.

Warum wird nicht differenziert betrachtet, ob jemand, der gesund war, an einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung verstarb oder ob jemand an seinen Vorerkrankungen bzw. schlicht an Altersschwäche verstarb!? Mich interessiert das, denn verfassungsgemäße Rechte lassen sich nur für mehrere Wochen suspendieren, also für eine bestimmte Zeit aussetzen, wenn es äußerst triftige Gründe dafür gibt. Je größer die Anzahl der von Einschränkungen betroffenen, desto gravierender müssen die Gründe sein, um diese über Wochen (oder Monate?) zu rechtfertigen.

Risikogruppe 70+

Das RKI gab wiederholt selbst an, dass bei 4/5tel aller Infizierten durch das Coronavirus nur leichte bis keine Symptome ausgelöst werden. Die Prüfung der Angemessenheit, ob die von jedem Bundesland für zz. 82 Millionen Einwohner außer Kraft gesetzten Freiheiten (Grundrechte), hat nach objektiven Kriterien zu erfolgen. Meiner Meinung nach muss jede einzelne Einschränkung täglich überprüft werden, und zwar nicht nur anhand der Lageberichte des Robert-Koch-Institutes!

Die Daten des RKI zeigen doch seit Tagen schon ganz deutlich, wer in 14 Tagen geschützt werden muss – und wer eher nicht. Bei der Risikogruppe 70+ ist das Ermessen drastisch, wenn nicht gar auf null, reduziert. Hier liegt es auf der Hand, das der Staat etwas unternehmen muss. Aber für alle anderen Gruppen von Menschen, insbesondere die Berufstätigen und die Schüler, ist das Ermessen fehlerfrei auszuüben! Da reichen meines Erachtens nach ab dem 20.04.2020 keine lapidaren Begründungen (mehr) aus, wie sie jetzt für die Verordnungen, auch bei uns in Sachsen-Anhalt, präsentiert wurden.

“Exit”-Plan veröffentlichen

Ich sorge mich in zunehmenden Maß um unsere junge Generation, die nicht zur Schule gehen darf, um Alleinerziehende mit mehreren Kindern, die ihnen den Lernstoff für Wochen “beibringen müssen”, um Abiturienten, die berechtigte Zukunftsängste plagen, und um unsere regionalen Selbstständigen und Unternehmen, wenn wir nicht baldigst einen sogenannten “Exit”-Plan präsentiert bekommen.

Die Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim (maiLab) gibt in ihrem millionenfach geklickten Video vom 02.04.2020 unter ‘Fazit 2’ an, dass wir 1-2 Jahre strenge Maßnahmen aufrecht erhalten müssen. Ok, ich habe verstanden! Bis März 2022 können wir aber nicht “die” Maßnahmen aufrecht erhalten, die jetzt schon seit Wochen gelten! Jede gesetzliche Regelung und jede Verordnung der Exekutive muss angemessen sein, auch und gerade in Krisensituationen. Der Rechtsstaat darf in 14 Tagen genauso wenig wie unsere liberale Freiheit vollends über Bord geworfen werden!

kein Populismus! eine nüchterne Betrachtung

Ich nehme die Zahl der Coronavirus-Labortests aus der Pressemitteilung von ALM e.V. vom 31.03.2020, wonach 97 teilnehmende Labore bereits 800.000 COVID-19-Labortests durchgeführt haben. Dann nehme ich den Lagebericht des Robert-Koch-Institutes vom 02.04.2020, in dem 73.522 bestätigte Infektionsfälle genannt werden, und füge die Todeszahl 872 in meine Betrachtung ein.

73.522 von 800.000 = 9,19%

872 von 73.522 = 1,19%

872 von 800.000 = 0,00109%

Fällt dem Leser etwas auf? Maximal 9,19% der Getesteten waren infiziert, von diesen 9,19% starben 1,19%. Die Todesrate im Verhältnis gesetzt zur Zahl der Getesteten ergibt aktuell: 0,00%. Die Todesrate kann offenkundig nicht (mehr) als Grund für die derzeitigen Maßnahmen in Frage kommen. Ich verzichte ganz bewusst auf Vergleiche mit den offiziellen Sterbezahlen in Deutschland (Altersschwäche), den Schätzungen zur Todeszahl wegen der Influenza und wegen Krankenhauskeimen.

Intensivbettenbelegung

975 Kliniken oder Abteilungen beteiligten sich am 02.04.2020 am “DIVI-Intensivregister”. Von insgesamt 20.520 Intensivbetten, die dort registriert waren, waren 11.500 belegt. Davon können 8.770 Betten binnen 24 Stunden neu belegt werden. Die freien Betten wurden mit 9.020 angegeben.

Mit Stand vom 02.04.2020 stehen innerhalb von 24 Stunden (noch) 17.790 Betten zur Verfügung!

Was sind “strenge Maßnahmen” ab 20.04.2020? Meine Meinung dazu:

Höchstens zwei Jahre lang werden strenge Zugangsregeln für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie für all diejenigen in Kraft gesetzt, welche mit der Risikogruppe 70+ in Kontakt kommen. Dazu bedarf es einer großen Anzahl an Atemschutzmasken und Schutzanzügen. Der Arbeitsschutz gebietet es schon jetzt, dass Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer wie Ärzte, Schwestern und (ambulante) Pflegedienstleister so gut es geht vor einer Infektion schützen, aber auch verhindern, dass diese andere infizieren.

der Staat schafft den Rahmen, in dem sich der Markt frei bewegen kann

Einzelhändler, Friseure und Gaststätten (kurzum: alle) dürfen wieder öffnen, es sind jedoch für eine Übergangszeit von zwei Jahren vom Unternehmer (auch präventive) Schutzmaßnahmen in Kraft zu setzen. Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken stehen für mich an oberster Stelle, aber es sollte jedem Unternehmer selbst überlassen werden, wie er sich, seine Angestellten und seine Kunden effektiv(er) schützt. Vorbilder gibt es schon jetzt, konkret die Discounter. Hält sich ein Unternehmer nicht an das Mindestmaß, sind Freiheitsstrafen und andere repressive Maßnahmen zu verhängen. (Man sollte sich ggf. an den drakonischen Strafen für sich zz. versammelnde Bürger orientieren…).

Fußballstadien und Fußballplätze sollten nach der Sommerpause nur noch für so viele Menschen öffnen, wie unter Beachtung des Infektionsschutzes vom Veranstalter vertretbar ist. Angenommen, jeder der gut 80.000 Fans im Dortmunder Stadion erhält am Eingang eine FFP3-Atemschutzmaske, eine kleine Flasche Desinfektionsmittel für die Hände und am Eingang wird gemessen, ob jemand Fieber hat, was spricht gegen eine volle Arena?

Selbiges gilt für Konzerte, Feste und Feiern in der Öffentlichkeit. Die örtliche Gesundheitsbehörde ist vom Veranstalter stets einzubeziehen, sollte daher vorübergehend personell aufgestockt werden. Der Veranstalter möge aber bitte selbst entscheiden dürfen, welche (weitergehenden bzw. konkreten) Schutzmaßnahmen er für seine Veranstaltung anordnet.

Versammlungsfreiheit gewährleisten

Versammlungen unter freiem Himmel dürfen spätestens in 14 Tagen natürlich stattfinden. Dort gelten dann regulär sogenannte Auflagen (beschränkende Verfügungen). Das ist nun wirklich nichts Neues! In einer Übergangszeit könnten beispielsweise Atemschutzmasken für alle Teilnehmer von angemeldeten Versammlungen Pflicht werden. Oder es werden Abstandsgebote vereinbart. Im Rahmen der üblichen Kooperation der Versammlungsbehörden mit den Veranstaltern und Versammlungsleitern ist das zu vereinbaren, wie dies schon seit Jahren, gerade bei uns in Sachsen-Anhalt, der Fall ist. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich selbst jahrelang in der Versammlungsbehörde tätig war! Kommt der Veranstalter seiner Pflicht nicht nach, schreitet die Behörde ein. Dafür ist sie letztlich da.

Für alle nichtöffentlichen Feiern sollte Folgendes gelten. Sie dürfen stattfinden, aber derjenige, der dazu einlädt, hat ein handschriftliches Besucherregister anzufertigen, Hygienemaßnahmen und andere Regeln festzulegen sowie die Risikogruppen (70+, Immunschwache) durch geeignete und erforderliche Maßnahmen zu schützen. Bei Stichproben-Kontrollen der zuständigen Polizei wäre dies näher darzulegen.

So würde man einen Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen des Staates und der Bürgers herstellen, wenn diese Krise wirklich noch ein oder zwei Jahre andauern sollte.

Das Vorgenannte ist meine Meinung, nicht mehr, nicht weniger, soweit es sich nicht aus offiziellen Quellen speist. MfG Merklein

Bilder aus dem Lageberichten des Robert-Koch-Institutes (und von ntv):

RKI_2020-04-03_AltersgruppenRKI
RKI_2020-04-03_Intensivbetten
RKI_Todesfaelle_86Prozent-war-ueber-70_2020-04-05
ntv_Todesfaelle_2020-03-21_Altersmedian
RKI_Todesfaelle_86Prozent-war-ueber-70
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Lageberichte:

2020-04-02-de

presseinformation_5._april_2020

Wulfener Ortsbürgermeister seit dem 01.07.2015

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