Kürbisse besorgt für Club, Hort + Kita

Kürbisse besorgt man normalerweise regional. Manchmal klappt das aber leider nicht. Im Bewusstsein, dass sowohl Jugendclub als auch Kindertagesstätte und Hort in Wulfen sehr gern Kürbisse für Halloween annehmen würden, schaute ich schon seit Tagen im Internet und in den regionalen Märkten nach geeigneten Objekten zum Erwerb. Aus eigener Erfahrung wusste ich, dass die Kürbissorte “Jack O’Lantern” sehr gut für das Aushöhlen geeignet ist. Leider waren die hiesigen Angebote bis einschließlich 26.09.2019 entweder zu teuer oder die Stückzahlen waren zu gering. Summasummarum benötigte ich rund 25 Stück, was eigentlich nur über landwirtschaftliche Betriebe einkaufbar ist.

Am Morgen des 27.09.2019 war es dann plötzlich soweit:

Bei meiner Suche über einen Kleinanzeigenanbieter stieß ich auf ein sensationelles Angebot: 2 EUR pro Jack O’Lantern, gewichtsunabhängig. Ein tolles Angebot! Der Nachteil war dann leider schnell ausgemacht. Bis zu 300 Stück gab es in Bertingen. Wo bitte liegt Bertingen?

Ein Suchmaschinendienst offerierte mir eine Fahrtzeit von über 1 Stunde. Die Route führte bis nach Magdeburg und von dort über Rogätz zum landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Richter. Um nicht vergeblich dort hinzufahren, telefonierte ich Minuten später mit Herrn Richter. Er sagte mir zu, dass ich alle rund 25 Kürbisse sofort mitnehmen könnte. Gesagt, getan. Direkt nach der Arbeit und absehbar gerade noch so rechtzeitig vor meiner Sprechstunde am Freitag düste ich mit meinem PKW los.

Bertingen, ein beschauliches Dorf:

Es ist nur über eine nicht modernisierte DDR-Straße erreichbar (Schlaglöcher, unebene Fahrbahn). Direkt am Hoftor wartete ein Helfer auf mich, und in Anbetracht meines doch recht lauten Vehikels empfing mich dann sogleich Frau Richter. Bereits bei der Einfahrt in den Hof sah ich prächtige Kürbisse jeder Art, teils herrlich verziert.

Ich wurde herzlich empfangen. Solch einen “Gast”, der extra aus der Nähe von Dessau nach Bertingen anreist, um Kürbisse zu kaufen, hatten die Anwesenden noch nicht erlebt. 😀 Tja, irgendwann ist immer das erste Mal. Unter der großen Auswahl an Kürbissen mit geschätzt bis zu 7 Kilogramm suchte ich mir in meiner Unerfahrenheit die für mich Schönsten aus: rund, groß, ohne große Auffälligkeiten. Dabei bemerkte Frau Richter, dass man einen Bio-Bauernhof betreibt.

Heimstätte für 3 Suchtkranke + 1 FSJ’lerin:

Neugierig befragt gab sie an, dass dieser Bauernhof eine Heimstätte für drei Suchtkranke sei. Die 3 leben dort schon seit längerer Zeit. Sie ergänzte freudestrahlend, dass sie in diesem Jahr eine Mitarbeiterin dazubekommen hat. Diese leistet ein freiwilliges soziales Jahr auf dem Bio-Bauernhof ab. Die insgesamt vier Personen leben allesamt auf dem Hofgelände. Das Gelände beinhaltet ein Guthaus, einen Hofladen und mehrere Nebengebäude. Mit besonderer Wertschätzung trat ich daraufhin gegenüber allen Anwesenden auf, und ließ im Hofladen bereitwillig mehr Geld, als die angebotene Ware letztlich gekostet hat.

Frau Richter berichtete, dass ihr – trotz aller Bürokratie – die Arbeit auf diesem Hof immer noch sehr viel Spaß bereitet, dass die Kürbiszucht und auch das Verzieren von Kürbissen mehr als nur Arbeit und Hobby ist, und dass sie sich sehr gefreut hat über meinen Besuch.

Mit gutem Gewissen, tolle Kürbisse besorgt zu haben, einem rappelvoll gepackten Golf und freier Fahrt gen Wulfen genoss ich die Rückfahrt. Im Anschluss erfolgte direkt die Übergabe eines Teils der Ware. Der entsprechende Nachtrag folgt noch, jetzt ist Sprechstundenende.

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Wulfener Ortsbürgermeister seit dem 01.07.2015

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